Mehr als 250 Millionen Nutzer weltweit vertrauen ihre Daten SkyDrive an, Microsofts Online-Festplatte. In Windows 8 ist SkyDrive sogar standardmäßig eingerichtet und muss nicht mehr separat heruntergeladen und installiert werden. Deshalb regt sich jetzt rund um den Globus Entsetzen und Verärgerung, dass Microsoft dem US-Geheimdienst offenbar systematisch Zugriff auf SkyDrive ermöglicht und bei anderen Anbietern wie Dropbox, etc. ist wahrscheinlich kein bisschen besser.

Neben SkyDrive sollen auch Outlook und Skype betroffen sein. Seitdem Skype von Microsoft übernommen wurde, soll sich die Anzahl überwachter Video-Konferenzen verdreifacht haben. Diese Informationen stammen ebenfalls von Edward Snowden, der mit seiner PRISM-Enthüllung eine weltweite Diskussion über Datenschutz und die Rolle der US-Regierung anstieß.

Microsoft weist ebenso wie Google, Facebook, etc. jegliche Verantwortung von sich und schiebt den Schwarzen Peter den Geheimdiensten zu: Denn das eigentliche Daten-Dilemma ist, dass wir die ganze Wahrheit wohl nie erfahren werden. Die US-Regierung beruft sich darauf, dass sie aus Geheimhaltungsgründen keine Details veröffentlichen kann. Die Unternehmen wiederum berufen sich darauf, dass ihnen von NSA und Co die Hände gebunden sind - ebenfalls aus Geheimhaltungsgründen. Unter dem Deckmantel des Staatsschutzes wird also unser Recht auf Datenschutz systematisch ausgehöhlt.

Daher ist die Nutzung von öffentlichen Cloudlösungen in ausgelagerten Rechenzentren mittlerweile für Privatanwender bestenfalls problematisch, für gewerbliche Nutzer aber undenkbar. In jedem Fall aber ist die Nutzung von public Clouds, soweit man sie nicht vermeiden kann,  ausschließlich mit hoch verschlüsselten Daten ratsam.